Die Turmuhr ist zurück

Das Ziffernblatt und der Zeiger der Herrnburger Turmuhr sind aus der Werkstatt Butt in Lübeck wieder zurück. Das Ziffernblatt ist eine vollständige Neuanfertigung, wobei die Maße dem alten Ziffernblatt entsprechen. Es ist eine dreigeteilte quadratische Platte mit einer Seitenlänge von 124 cm. Sie besteht aus Eichenholz und wurde mit schwarzer Ölfarbe angestrichen. Die Ziffern und der Zeiger sind vergoldet. Dafür wurde Blattgold verwendet, das mit 23 ¾ Karat  äußerst wetterbeständig ist. Jetzt fehlt noch die schmale Verdachung aus Metall, die verhindern soll, dass sich stehendes Wasser sammelt. Aus diesem Grund wird das Ziffernblatt auch mit einer minimalen Neigung nach vorn angebracht werden. 

Die  Neugestaltung geht auf einen Vorschlag von Uhrmachermeister Martin Stadermann zurück, für den sich der Kirchengemeinderat entschieden hat und dem die Denkmalpflege zugestimmt hat. Anhaltspunkt für die Gestaltung waren Turmuhren aus der Entstehungszeit der Herrnburger Uhr, die ins 17./18. Jahrhundert datiert wird.

Wegen der Corona-Pandemie lässt sich zurzeit nicht sagen, wann das Ziffernblatt wieder am Turm angebracht wird und Zeiger und Uhrwerk verbunden werden.

 

1. April 2021, Peter Parge, Foto Insa und Fabian Pytlik

Restaurierung der Turmuhr vor dem Abschluss

Seit ein paar Tagen befindet sich die Herrnburger Turmuhr wieder an ihrem alten Platz. Für die Rückkehr aus der Uhrenwerkstatt Stadermann in Preetz musste sie noch einmal in ihre Einzelteile zerlegt und in der Uhrenkammer im Turm wieder zusammengebaut werden. Nach Jahrzehnten des Stillstands geht sie wieder und ist wieder zu hören. Der originale Zustand der Uhr, die Schätzungen ins 17./18. Jahrhundert datieren, ist an einer Stelle verändert worden. Sie wird nicht mehr per Hand, sondern mechanisch aufgezogen.

Das hölzerne Ziffernblatt fehlt noch. Es ist gerade zur Restaurierung in die Lübecker Werkstatt Butt gebracht worden und wird wohl im Februar 2021 fertig sein. Wenn es dann am Turm angebracht und mit dem Uhrwerk verbunden sein wird, wird die Herrnburger Turmuhr wieder die Zeit anzeigen.

Die Finanzierung setzt sich aus vielen kleinen und großen Beiträgen zusammen. Es sind Spenden und Erlöse aus Aktivitäten und Veranstaltungen, aber auch Zusagen der Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“ (Info https://www.kirchbaustiftung-mecklenburg.de) , der Aktion „Kirchturmuhren in Not“ (Info https://kirchturmuhren-in-not.de) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

 

14. November 2020, Peter Parge, Filmsequenz Viola Swidersky

Turmuhr im Probelauf

Die Herrnburger Turmuhr geht wieder! Das Uhrwerk ist zusammengebaut und befindet sich zurzeit im Probelauf. Dafür wurde es in der Uhrenwerkstatt auf einen Probierbock gesetzt, der den Maßen im Kirchturm entspricht. Diese Phase der Restaurierung wird noch einmal  einige Zeit in Anspruch nehmen. Zum einen stehen kleinere Restarbeiten aus und sind Justierarbeiten zu erledigen, aber vor allem muss das Uhrwerk einreguliert werden.

Abgeschlossen ist auch die Untersuchung des hölzernen Ziffernblatts. Farbspuren wurden nicht gefunden, es gibt somit keine Anhaltspunkte für die ursprüngliche Fassung. Über die Gestaltung des Ziffernblatts wird jetzt mit dem Denkmalschutz beraten werden.

Die Herrnburger Turmuhr im Probelauf in der Uhrenwerkstatt Stadermann

7. August 2020, Peter Parge, Fotos Martin Stadermann

Restaurierung der Turmuhr

Für mehrere Monate ist die Herrnburger Turmuhr zur Restaurierung in der Uhrenwerkstatt Stadermann in Preetz. Die Restaurierung erfolgt im mehreren Arbeitsschritten.

In einem ersten Schritt wurde die Uhr in ihre Einzelteile zerlegt, so dass von ihr nur noch rostige Zahnräder in jeder Größe und ein Gewirr von Eisenstangen übrig geblieben sind. Die Stangen, die den Rahmen der Uhr, das Werkgestell, bilden, sind inzwischen von Farbresten und vom Rost befreit. Aufwändig gestaltete sich das Zerlegen der Zahnräder und Triebe. Es gab Stellen, an denen es nicht ohne Säge ging. Die Keile saßen so fest, dass ihnen anders nicht mehr beizukommen war. Sie mussten abgesägt  werden, denn nur so ließen sich die


einzelnen Teile voneinander lösen. Räder und Triebe werden jetzt nach und nach zur Entrostung und Reinigung in ein Ultraschallbad gelegt. Anschließend werden sie manuell nachbehandelt und in einem letzten Arbeitsschritt poliert, um dann in neuem Glanz zu erstrahlen.

Auch die beiden Holztrommeln, über die die Seile mit den Gewichten laufen, müssen gereinigt und behandelt werden, da sie vom Holzwurm befallen sind.

Insgesamt werden sich die Arbeiten an der Uhr über einen längeren Zeitraum erstrecken.

 

30. April 2010, Peter Parge, Fotos Martin Stadermann

Die Herrnburger Turmuhr kann kommen

Ganz so weit ist es zwar noch nicht. Denn noch wird an der Restaurierung des Uhrwerks gearbeitet, und noch ist die Untersuchung des Ziffernblatts nicht abgeschlossen, aus der sich  Anhaltspunkte für die Gestaltung ergeben könnten.

Aber für die Rückkehr ist inzwischen alles vorbereitet. Im Kirchturm wurde die Uhrenkammer eingebaut, die das Uhrwerk aufnehmen und schützen wird und nach Auskunft des Denkmalschutzes auch früher schon vorhanden war.


21. April 2020, Peter Parge, Fotos Claudia Steinbrück

Auf der Zielgeraden

Der Kirchenförderverein ist mit der Sanierung der Herrnburger Turmuhr auf der Zielgeraden angelangt. Das Uhrwerk war für einige Wochen im Vorraum der Kirche zu bestaunen und befindet sich inzwischen in der Uhrenwerkstatt Stadermann in Preetz. Jetzt wurde auch das Ziffernblatt in einer gemeinsamen Aktion vom Herrnburger Kirchturm abgenommen. 

Wolfgang Kortyrba, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats, und Uhrmachermeister Martin Stadermann waren mit der Hebebühne nach oben gefahren und konnten das Ziffernblatt zusammen mit dem Uhrzeiger in kurzer Zeit von der Wand ablösen und sicher nach unten bringen. Jens Ohsoling, Dachdecker, hatte den Transport der Hebebühne übernommen, Bernhard Ritschard, Geigenbaumeister, den Transport des Ziffernblatts.

Das hölzerne, quadratische Ziffernblatt mit einer Seitenlänge von 124 cm befindet sich jetzt in der Werkstatt der Restauratorin Maire Müller-Andrae. Sollte sie bei der Untersuchung auf Farbreste stoßen, wäre das ein wichtiger Hinweis für die Restaurierung des Ziffernblatts. Die Einzelheiten für die Farbgebung werden mit der Denkmalpflege der Nordkirche festgelegt.

Am zeitlichen Abschluss aller erforderlichen Arbeiten hat sich nichts geändert. In etwa einem halben Jahr werden Uhrwerk und Ziffernblatt zum Wiedereinbau nach Herrnburg zurückkommen. Dann wird die Herrnburger Turmuhr nach Jahrzehnten des Stillstands wieder die Zeit anzeigen.

 

26. Februar 2020, Peter Parge, Fotos Stefanie Lange

Gegen den Zahn der Zeit …

… denn der nagt an dem Schatz, den Herrnburg mit seiner Kirche aufzuweisen hat.

Das war seit der Gründung des Kirchenfördervereins hin und wieder zu hören und bringt auf den Punkt, was der Verein sich vorgenommen hat: Den Erhalt der Herrnburger Kirche und des Pastorats zu unterstützen. Gegründet wurde der Förderverein 2017 und hat zurzeit 36 Mitglieder, die sich für dieses Ziel engagieren. Das erste Projekt, das gegenwärtig umgesetzt wird, ist die Sanierung der Kirchturmuhr. 

Genaue Angaben zur Herrnburger Turmuhr fehlen. Schätzungen datieren sie ins 17./18. Jahrhundert. Auch darüber, seit wann sie nicht mehr geht, gibt es keine Angaben.

Die Zeit wird auf der Nordseite des Kirchturms in Richtung Hauptstraße angezeigt, denn nur dort gibt es ein Ziffernblatt. Nicht ohne Grund. Nur wenige Menschen besaßen damals eine eigene Uhr. So konnten alle, die vorbeikamen, mit einem kurzen Blick zur Turmuhr sehen, wie spät es war. Das Ziffernblatt der Herrnburger Uhr weist eine Besonderheit auf, es gibt nur einen Zeiger, den Stundenzeiger.

Inzwischen ist das Uhrwerk im Turm ausgebaut und im Vorraum der Kirche aufgestellt worden. Bis zur Jahreswende kann es dort angesehen werden, anschließend wird es für etwa ein halbes Jahr zur Restaurierung in einer Uhrenwerkstatt sein. Während dieser Zeit wird das hölzerne Ziffernblatt abgenommen und auf Farbreste untersucht werden. Daraus könnten sich Hinweise auf das ursprüngliche Aussehen ergeben.

Wenn es gut läuft, wird die Herrnburger Turmuhr ab Mitte 2020 wieder die Zeit anzeigen. Dafür hat der Förderverein die erforderlichen Mittel aufgebracht. Es sind Spenden und Fördergelder und vor allem die Erlöse aus den vielen Aktivitäten der vergangenen zwei Jahre. Zu nennen sind das Münzstraßenfest in Schwerin 2018, die jährlichen Tage des offenen Denkmals im September, Benefizkonzerte und Kirchenführungen, weiter die Feste und Veranstaltungen der Kirchengemeinde mit Tombola und Verkaufsständen.

Im Augenblick laufen die ersten Überlegungen für ein Anschlussprojekt. Im Gespräch sind die Restaurierung des dreiteiligen gotischen Flügelaltars sowie ein behindertengerechter Zugang in die Kirche. Der Kirchenförderverein freut sich dabei über jede Unterstützung, über Spenden und tatkräftige Mithilfe und natürlich über neue Mitglieder.

Das Uhrwerk kann zu den Gottesdienstzeiten und nach Vereinbarung angesehen werden.

 

11. Dezember 2019, Peter Parge